Karriere23.09.2026

Mediengestalter Gehalt: Ausbildung, Einstieg und Beruf

Monatlich 3.415 Euro brutto. Das ist der Median für Vollzeitbeschäftigte in der Digital- und Printmediengestaltung laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit (Datenstand 2025). Wenn du gerade aus der Ausbildung kommst, ist diese Zahl aber kein Einstiegsgehalt. Und für Mediengestalterinnen und Mediengestalter Bild und Ton gilt ein anderer Datensatz.

Was Mediengestalter in Digital und Print verdienen

Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit nennt für die Berufsgattung „Digital- und Printmediengestaltung, fachlich ausgerichtete Tätigkeiten“ einen Median von 3.415 Euro brutto pro Monat. Das untere Viertel liegt unter 2.813 Euro, das obere Viertel über 4.192 Euro. Die Zahlen beziehen sich auf sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Vollzeit, unabhängig vom Alter.

Median bedeutet: Die Hälfte der erfassten Beschäftigten verdient weniger, die andere Hälfte mehr. Der Wert beschreibt weder ein übliches Angebot für Berufseinsteiger noch das Nettogehalt auf deinem Konto. Selbstständige sind in dieser Statistik nicht enthalten.

Eine Einschränkung steht schon im Namen des Entgeltatlas-Eintrags: Er läuft unter der älteren Fachrichtungsbezeichnung „Gestaltung und Technik“. Die heutige Ausbildung Digital und Print hat die Fachrichtungen Designkonzeption, Digitalmedien, Printmedien und Projektmanagement. Der Median ist eine Orientierung für die zugeordnete Berufsgruppe, kein präziser Wert für jede dieser Fachrichtungen.

Das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung

Für den Berufseinstieg ist der Lohnspiegel des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts hilfreicher. Er nennt für Mediengestalterinnen und Mediengestalter Digital und Print mit einem Jahr Berufserfahrung 2.700 Euro brutto im Monat. Bei fünf Jahren sind es 3.000 Euro, bei zehn Jahren 3.210 Euro. Die Auswertung basiert auf 2.960 Befragten, rechnet mit 38 Wochenstunden und enthält keine Sonderzahlungen.

Die 2.700 Euro und die 3.415 Euro aus dem Entgeltatlas solltest du nicht als Gehaltsentwicklung derselben Person lesen. Dahinter stehen verschiedene Datenquellen, Erhebungsmethoden und Berufsabgrenzungen. Nutze den Einstiegswert als Gesprächsgrundlage, und prüfe dann die konkrete Stelle: Aufgaben, Wochenstunden, Arbeitsort und mögliche Sonderzahlungen.

Vergütung während der Ausbildung

In der Ausbildung bekommst du eine Ausbildungsvergütung, kein späteres Fachkraftgehalt. Eine bundesweit einheitliche Zahlung speziell für Mediengestalter gibt es nicht. Was im Vertrag steht, hängt unter anderem vom Betrieb und vom geltenden Tarifvertrag ab.

Für Ausbildungen, die 2026 beginnen, nennt die amtliche Bekanntmachung zur Mindestausbildungsvergütung 724 Euro im ersten, 854 Euro im zweiten und 977 Euro im dritten Ausbildungsjahr. Das sind gesetzliche Mindestbeträge und keine Durchschnittswerte für diesen Beruf. Ein geltender Tarifvertrag kann nach § 17 Berufsbildungsgesetz eine niedrigere Vergütung vorsehen; auch bei Teilzeitausbildung gelten besondere Regeln. Bei einem Angebot zählt deshalb der konkrete Vertrag.

Bild und Ton ist ein anderer Beruf

„Mediengestalter“ kann auch Mediengestalter Bild und Ton meinen. Hier geht es um die Planung, Aufnahme und Nachbearbeitung von Bild- und Tonproduktionen. Die Bundesagentur für Arbeit beschreibt Bild und Ton als eigenen dreijährigen Ausbildungsberuf.

Der Entgeltatlas für Bild- und Tontechnik weist 3.534 Euro Median-Brutto im Monat aus. Auch das ist ein Wert für eine ganze Berufsgattung: Sie umfasst neben Mediengestaltern Bild und Ton unter anderem Film- und Videoeditoren sowie Tonassistenten. Die Differenz zu den 3.415 Euro bei Digital und Print sagt deshalb nicht, welcher Ausbildungsberuf sich finanziell mehr lohnt.

Region und Erfahrung im Angebot richtig vergleichen

Der Entgeltatlas zeigt regionale Unterschiede. Für Digital- und Printmediengestaltung nennt er beispielsweise 3.637 Euro Median in Hamburg und 3.268 Euro in Niedersachsen. Daraus folgt kein automatischer Zuschlag für einen Umzug: Die Statistik trennt in dieser Ansicht nicht jede Kombination aus Erfahrung, Arbeitgeber und Aufgaben.

Vergleiche zwei Angebote erst auf derselben Basis. Rechne ein Monatsgehalt auf zwölf Monate hoch und addiere garantierte Sonderzahlungen separat. Prüfe außerdem die vertraglichen Wochenstunden und ob Verantwortung für Konzeption, Kundenkontakt oder Produktionssteuerung dazugehört. Ein höherer Monatsbetrag bei deutlich mehr Arbeitszeit kann pro Stunde schlechter ausfallen.

Wenn du dich auf eine Stelle bewirbst und nach einer Gehaltsvorstellung gefragt wirst, nenne einen Bruttojahresbetrag und sage, auf welche Wochenstunden er sich bezieht. Damit ist klarer, worüber ihr sprecht. Für die Suche nach einer passenden Aufgabe findest du aktuelle Jobs in der Kreativbranche. Geht es dagegen um selbstständige Aufträge, brauchst du eine andere Rechnung: Unser Beitrag zum Freelancer-Stundensatz berücksichtigt auch Ausfallzeiten und Betriebskosten.

Häufige Fragen

Wie viel verdient ein Mediengestalter brutto im Monat?
Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit nennt für die Berufsgruppe Digital- und Printmediengestaltung 3.415 Euro Median-Brutto pro Monat (Datenstand 2025). Das ist ein Wert für Vollzeitbeschäftigte aller Altersgruppen, kein Einstiegsgehalt.
Was verdient ein Mediengestalter nach der Ausbildung?
Der WSI-Lohnspiegel nennt für Mediengestalter Digital und Print mit einem Jahr Berufserfahrung 2.700 Euro brutto im Monat bei 38 Wochenstunden. Das ist ein Orientierungswert aus einer Befragung, keine verbindliche Vergütung für jede Stelle.
Wie hoch ist die Ausbildungsvergütung für Mediengestalter 2026?
Eine einheitliche Vergütung für den Beruf gibt es nicht. Für Ausbildungen mit Beginn 2026 betragen die allgemeinen gesetzlichen Mindestwerte 724, 854 und 977 Euro pro Monat im ersten bis dritten Ausbildungsjahr. Tarifvertragliche und Teilzeitregeln können zu abweichenden Beträgen führen.
Ist das Gehalt bei Bild und Ton höher als bei Digital und Print?
Aus den Entgeltatlas-Medianen lässt sich das nicht für einzelne Stellen ableiten. Bild und Ton und Digital und Print gehören zu unterschiedlichen Berufsgattungen; beide Statistiken umfassen jeweils mehrere Tätigkeiten und Beschäftigte mit unterschiedlicher Erfahrung.
Sind die genannten Gehälter brutto oder netto?
Alle Gehaltszahlen im Artikel sind Bruttobeträge vor Steuern und Sozialabgaben. Das persönliche Netto hängt unter anderem von Steuermerkmalen und Versicherungssituation ab.